Skagerrak 1916
Deutschlands größte Seeschlacht
 



Inhalt:
  Am Nachmittag des 31. Mai 1916 begann vor dem Skagerrak, der Straße zwischen Norwegen und Dänemark, die bis dahin größte Seeschlacht der Geschichte. Deutschlands Kaiserliche Kriegsmarine führte 99 Kriegsschiffe mit 45.000 Seeleuten gegen 104 Kriegsschiffe mit 76.000 Matrosen der Royal Navy Großbritanniens ins Gefecht. Schon Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges war der Anspruch der Engländer, die Hegemonie auf den Weltmeeren zu besitzen, von dem „Neuankömmling" auf der politischen Weltszene, dem Deutschen Reich, in Frage gestellt worden. In beiden Ländern hatte seit der Jahrhundertwende, ausgelöst durch Ereignisse wie den Burenkrieg oder den Russisch-Japanischen Krieg, ein militärisches Umdenken begonnen, das sich auch auf die Rüstung zur See erstreckte. Englische Konstrukteure hatten im Auftrag der Admiralität den „Dreadnought" gebaut, das erste moderne Schlachtschiff mit schwerer Panzerung und Artillerie. Die Deutschen waren nachgefolgt, und beide Länder bauten nun Schlachtschiff um Schlachtschiff, Panzerkreuzer um Panzerkreuzer, und das Unterseeboot begann in der Planung eine immer größere Rolle zu spielen. In London wie in Berlin standen Männer an der Spitze der Admiralitäten - hier Sir John Fisher, dort Vizeadmiral Alfred von Tirpitz - die überzeugt waren, daß die Entscheidung über den künftigen Verlauf der Weltpolitik auf hoher See fallen werde. Auf englischer Seite konnte allerdings nur mit großer Mühe die Last der Tradition seit Nelsons Zeiten überwunden werden. Die Deutschen dagegen hatten in wenigen Jahren eine Kriegsmarine aufgebaut, die sich, obwohl zahlenmäßig unterlegen, doch sehr wohl mit den Briten messen konnte. Die Ausbildung der deutschen Offiziere und Matrosen war offenbar moderner, ihre Artillerie schoß genauer, ihre Zielgeräte funktionierten besser als jene der Briten.
Als der Krieg 1914 ausbrach, versuchten die Befehlshaber der beiden Flotten, Sir John Jellicoe und Admiral Reinhard Scheer, jedes Mittel, um den Gegner zur Schlacht zu stellen. Es gab britische Pläne, starke Truppenkontingente an den Küsten Deutschlands zu landen. Ein deutscher Sieg hätte die Handelsblockade der Alliierten zerbrochen und die Versorgung Großbritanniens bedroht, ja vielleicht auch den Kriegseintritt Amerikas verhindert. So sahen jedenfalls die Überlegungen aus, die die Generalstäbe in London und Berlin anstellten. Dabei hatten es die deutschen Admiräle gar nicht so einfach, denn Kaiser Wilhelm 11. etwa wollte trotz waffenklirrender Reden doch nur sehr ungern die deutsche Hochseeflotte riskieren, sicherlich nicht nur, weil ihm leid um „seine" schönen Schiffe war, sondern vor allem, weil eine Vernichtung der Flotte durch die Engländer die deutschen Küsten schutzlos machen mußte. Auch in England wußte man, worum es ging. Winston Churchill, bis zu einem Jahr vor der Skagerrak-Schlacht noch Marineminister, sagte: „Großbritannien kann den Krieg an einem Nachmittag verlieren."
Die Schlacht selbst, heiß ersehnt und bitter gefürchtet, endete, ohne daß eindeutig Sieger und Besiegte feststanden. Zwar räumten die Deutschen das Operationsgebiet, und die Engländer hatten ohne Zweifel vorteilhafter manövriert, aber deutsche Technik und Kriegskunst waren offenbar überlegen. Vierzehn versenkten Schiffen mit 110.000 Tonnen der weit stärkeren britischen Flotte standen nur elf versenkte deutsche Schiffe mit 62.000 Tonnen gegenüber. Die Verluste der deutschen Hochseeflotte betrugen 2.551 Tote, die der Grand Fleet dagegen 6.097 Tote. Aber eine Entscheidung war nicht gefallen, und in Zukunft riskierte keine der beiden Seiten die Existenz ihrer Flotten. Das Ende der Kaiserlichen Kriegsmarine kam mit der Revolte der Matrosen in Kiel, die dem Sturz des Kaisers und der deutschen Kapitulation voranging. Der letzte Akt der Hochseeflotte spielte in „Scapa Flow“: Dort, in britischer „Gefangenschaft“, versenkten ihre Besatzungen den Stolz des Deutschen Reiches.

John Costello, 36 Jahre alt, ein Schotte, arbeitete beim Fernsehen, seine Liebe aber gehört der Schiffahrt, für deren Geschichte er sich interessierte und über die er einschlägige Bücher schrieb.

Terry Hughes ist Engländer, 44 Jahre alt und Historiker, arbeitete für die BBC und für Film und Fernsehen. Eine Reihe von Kriegsdarstellungen stammt aus seiner Feder.

Bildnachweis
Vorwort
Herausforderung an Großbritannien
„Unbarmherzig, schonungslos, hart!"
Pensionen oder Großkampf schiffe?
Ein knapper Vorsprung
„Scharfer Schuß"
Versäumte Gelegenheiten
„Die Flotte schläft im Hafen"
Der Köder wird ausgelegt
Mit dem Auslaufen der Feindflotte ist zu rechnen
Die Schlacht
Feind in den Hafen zurückgekehrt
Der verlorene Sieg
Die Gliederung der deutschen Hochseeflotte
Die Gliederung der britischen Grand Fleet
Hatte diese Seeschlacht überhaupt einen Sinn?
Bibliographie
Register
Quelle & ©: Verlag Fritz Molden
letzte Änderung: 14.11.2017

  Original Ausgabe   deutsche Ausgabe
Titel:
Autor/Herausgeber:
Erscheinungsjahr:
Verlag:
Jutland 1916
John Costello, Terry Hughes
1976
Weidenfeld & Nicolson, London
Erscheinungsjahr:
Verlag:
ISBN:
Seiten:
Abmessungen:
Gewicht:
Einband:
damaliger Preis:
1978
Verlag Fritz Molden, Wien-München-Zürich-Innsbruck
3-217-00863-4
240
25,4 x 20,1 x 2,3 cm
933 g
Leineneinband mit illustriertem Schutzumschlag
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